Steinkohlekraftwerk im Seebad Lubmin? Widerstand wächst!
Der Widerstand gegen das geplante Steinkohle-Kraftwerk im Seebad Lubmin bei Greifswald wächst. In der kommenden Woche werden 2000 Einwendungen gegen den Kraftwerksbau erörtert. Der WWF hat die Antragsunterlagen des dänischen Energiekonzerns DONG Energy GmbH unter die Lupe genommen und die möglichen Folgen des Kraftwerksbaus für Mensch und Natur an der Ostsee untersucht. Weitere, zum Teil kontrovers diskutierte Studien liegen vor und auf Usedom verlassen erste Tourismusunternehmen den Tourismusverband ihrer Insel, weil sie mit dessen Haltung zum Steinkohlekraftwerk in Lubmin unzufrieden sind.
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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)
12. Dezember 2007 Kontroverse Debatte um Steinkohle-Kraftwerk
in Lubmin geht weiter: Auseinandersetzungen in der Tourismuswirtschaft und immer neue Studien mit zum Teil unterschiedlichen Ergebnissen.
Ostseeküste von Rügen bis Usedom (ur). Entlang der Ostseeküste von Rügen bis Usedom halten die kräftigen Auseinandersetzungen um das geplante neue Steinkohle-Kraftwerk in Lubmin bei Greifswald an. Natürlich spielt die Debatte auch auf Landesebene eine Rolle, denn schließlich laufen in der Landesregierung die Entscheidungsfäden zusammen. Daher ist es kein Wunder, dass der WWF Deutschland seine Pressekonferenz zur neuen WWF-Studie zu den Umweltfolgen des Steinkohle-Kraftwerks Lubmin morgen in Schwerin vorstellen wird. In der Einladung zur Pressekonferenz im Intercity Hotel Schwerin um 12.30 heißt es u.a.:
Der Widerstand gegen das geplante Steinkohle-Kraftwerk im Seebad Lubmin bei Greifswald wächst. In der kommenden Woche werden 2000 Einwendungen gegen den Kraftwerksbau erörtert.
Der WWF hat die Antragsunterlagen des dänischen Energiekonzerns DONG Energy GmbH unter die Lupe genommen und die möglichen Folgen des Kraftwerksbaus für Mensch und Natur an der Ostsee untersucht: Wie sind die Umweltstandards der geplanten Anlage zu beurteilen? Sind die von DONG gemachten Angaben seriös? Mit welchen Schadstoffbelastungen für die Ostsee und die Küstenregion ist zu rechnen? Werden die internationalen Umweltschutzgesetze beachtet?
Es wäre überraschend, wenn die für das Podium angekündigten "Christian Tebert, Umweltgutachter, Ökopol GmbH; Cathrin Münster, Ostsee-Expertin WWF und Ralph Kampwirth, Pressesprecher, WWF" bei der Vorstellung der Ergebnisse der WWF-Studie zu einer Befürwortung des Steinkohle-Kraftwerkes gelangen. Andere "mehr oder weniger" Experten werden dann wohl wieder ihre Sicht der Dinge vortragen. Zwei Studien liegen bereits vor. Heftig in die Kritik geraten ist die sogenannte Benkenstein-Studie zu den Auswirkungen des geplanten Steinkohlekraftwerkes auf den Tourismus, weil sie nicht auf die befürchtete verstärkte Blaualgenblüte im Greifswalder Bodden eingeht, die in Folge der Boddenerwärmung durch das Kraftwerk befürchtet wird. Eine weitere Studie kommt zu dem Schluss, dass es zu keiner verstärkten Blaualgenblüte kommen wird. Doch nicht nur um solche "Details" der Zukunft wird in der Debatte um das Kohlekraftwerk gestritten. Vielmehr geht es auch um grundsätzliche Positionsbeziehung. Für viele passt ein Steinkohlekraftwerk mit seiner Kohlendioxid-Belastung nicht in eine Zeit, in der voller Besorgnis auf den Klimawandel geschaut wird und dringend Aktivitäten zur Verminderung der Kohlendioxidbelastung angemahnt werden. Zudem sehen viele in der Tourismuswirtschaft voller Sorge auf das Image der sauberen Luft an der Ostsee, wenn der "rauchende Schlot" eines Kraftwerkes in Lubmin weithin bis Rügen zu sehen ist und auch für die Debatte über die Luftqualität auf Usedom eine Rolle spielen kann. Daher ist auf der Insel Usedom der dortige Tourismusverband in Probleme geraten. Erste touristische Einrichtungen sind aus ihm ausgetreten, weil er bislang nicht gegen das Kohlekraftwerk-Projekt aktiv wurde, sondern den Eindruck erweckt, dass er nichts gegen dessen Bau hat. Fazit: Es ist Unruhe hinter den Kulissen der natürlichen und künstlichen Wellness-Landschaften für einen idealen Urlaub an der Ostsee. Doch vorerst können Sie ihn einfach weiter planen und genießen. Wenn es zu einer Entscheidung zum Steinkohlekraftwerk in Lubmin kommt, dann werden wir Sie natürlich in den News von www.kreidefelsen.de sofort darüber informieren.
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