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Szczecin / Stettin: Urlaubszeit ist auch Lesezeit. Buchtipp für historisch Interessierte: Hintergründe der deutsch-polnischen Grenzziehung 1945

Ostsee-News vom 1. September 2008 (ur). Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. In mahnender Erinnerung daran wurde in der Bundesrepublik Deutschland der 1. September seit 1957 auf Initiative des DGB (Deutschen Gewerkschaftsbundes) zum Gedenktag und erhielt den Namen "Antikriegstag". In der DDR und in anderen sozialistischen Ländern wurde der 1. September sogar als "Weltfriedenstag" begangen. Weltweit ist indes der 21. September zum UNO-'Weltfriedenstag geworden und für die katholische Kirche ist der 1. Januar der Weltfriedenstag. Anlässlich des heutigen 1. September machen wir auf eine neue Publikation der Landeszentrale für politische Bildung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam, die über das machtpolitische und militärstrategische Tauziehen um Stettin zwischen Ende April und Anfang Juli 1945 informiert und damit über historische Hintergründe zur deutsch-polnischen Grenze. Dazu teilte das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern mit:

Im Juli 1944 hatte der sowjetische Diktator Josef Stalin die Stadt Stettin in geheimen Verhandlungen mit dem kommunistischen polnischen Komitee zur Volksbefreiung Polen zugesagt. Doch nach ihrem Einmarsch in die pommersche Metropole am 26. April 1945 machte die Rote Armee hier mit dem Kommunisten Ernst Rusch einen Deutschen zum Bürgermeister. Parallel dazu versuchten polnische Verwaltungsbeamte, die Stadt für Polen zu übernehmen - zunächst jedoch erfolglos...

Die Anregung zu dieser Studie gab eine Fachtagung deutscher und polnischer Experten im Jahr 2005 in Stettin. Eine erste öffentliche Präsentation des Buches fand ... in Stettin statt. Aufgrund des großen Interesses ist auch eine Übersetzung ins Polnische geplant.

Das war die Kurzfassung der ausführlichen Tages-News für den Urlaub an der Ostsee, die Sie weiter unten auf dieser Seite finden.

 

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

1. September 2008 Stettin / Szczecin: Urlaubszeit ist auch Lesezeit.
Buchtipp: Hintergründe der deutsch-polnischen Grenzziehung 1945

Ostsee / Stettin / Szczecin / Deutschland / Polen (ur): Eine neue Publikation der Landeszentrale für politische Bildung informiert über historische Hintergründe zur deutsch-polnischen Grenze. Dazu teilte das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern mit:

Genese und Hintergründe für das heute kaum noch bekannte erbitterte machtpolitische und militärstrategische Tauziehen um Stettin zwischen Ende April und Anfang Juli 1945 stehen im Mittelpunkt einer neuen Publikation der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern.

Im Juli 1944 hatte der sowjetische Diktator Josef Stalin die Stadt Stettin in geheimen Verhandlungen mit dem kommunistischen polnischen Komitee zur Volksbefreiung Polen zugesagt. Doch nach ihrem Einmarsch in die pommersche Metropole am 26. April 1945 machte die Rote Armee hier mit dem Kommunisten Ernst Rusch einen Deutschen zum Bürgermeister. Parallel dazu versuchten polnische Verwaltungsbeamte, die Stadt für Polen zu übernehmen - zunächst jedoch erfolglos. Zweimal mussten sie Stettin auf sowjetischen Befehl hin wieder verlassen. Kurzzeitig sah es so aus, als ob das zerstörte und fast menschenleere Stettin das Zentrum einer künftigen Provinz Mecklenburg-Pommern würde. Doch knapp zwei Wochen vor Beginn der Potsdamer Konferenz machte Stalin sein ein Jahr zuvor gegebenes Versprechen wahr. Am 5. Juli 1945 übergab er Stettin an Polen.

Warum geschah diese Übergabe so spät? Und warum ließen die Sowjets über 80.000 vor allem aus Mecklenburg und Vorpommern zurückgekehrte oder von ihren dortigen Besatzungsbehörden gewaltsam wieder in ihre Heimatstadt abgeschobene Stettinerinnen und Stettiner ohne jeden Schutz in Stettin zurück? Weshalb erlaubten sie der polnischen Stadtverwaltung, den KPD-Funktionär und letzten deutschen Bürgermeister Stettins, Erich Wiesner (im Herbst 1945 dann kurzzeitig Oberbürgermeister von Schwerin), Anfang Juli unter Schimpf und Schande regelrecht aus dem Amt zu jagen? Was führte zu dem weitgehend vergessenen Schweriner Grenzabkommen vom 21. September 1945, in dem die regionale sowjetische Militärverwaltung für Mecklenburg-Vorpommern der Warschauer Regierung das unter dem Namen "Stettiner Zipfel" in die Geschichte eingegangene 700 Quadratkilometer große Gebiet westlich und nordwestlich Stettins abtrat?

Diesen Fragen, die zu DDR-Zeiten als Tabu galten, ist der Journalist Bernd Aischmann im Auftrag und mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern nachgegangen. Fast zwei Jahre hat der Autor in den vor 1989 verschlossenen SED-Archiven nach Antworten gesucht, zusätzlich russische und polnische Quellen erschlossen und viele Zeitzeugen befragt. Als Ergebnis legt er seine zeitgeschichtliche Betrachtung "Mecklenburg-Vorpommern, die Stadt Stettin ausgenommen" vor.

Die Anregung zu dieser Studie gab eine Fachtagung deutscher und polnischer Experten im Jahr 2005 in Stettin. Eine erste öffentliche Präsentation des Buches fand im Januar 2008 in der Pommerschen Landesbibliothek in Stettin statt. Aufgrund des großen Interesses ist auch eine Übersetzung ins Polnische geplant.

Das Buch ist erhältlich bei der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern: poststelle@lpb.mv-regierung.de,
Tel. 0385-302090, Fax 0385-3020922 oder über den Buchhandel.

News von der Ostsee und der Ostseeküste
Informationen für den Urlaub an der Ostsee an: Mailadresse.

 

Zur Zeit finden die XI. Polnischen Wochen in Mecklenburg-Vorpommer
statt. Mehr Infos in unseren News vom 29. August: Polen an der Ostsee

Fotos aus Szczecin, u.a. vom Schloß der pommerschen Herzöge, sowie Reise-Tipps finden Sie mit diesem Link: Stettin / Szczecin, die neue
Normalität nach der Grenzöffnung zwischen Deutschland und Polen

 

 

 

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