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Trent auf der Insel Rügen: Wegekirche St. Katharinen lädt zum Besuch ein

Trent auf der Insel Rügen ist ein Ort am Wege per excellance. St. Katharinen, erstmals 1318 erwähnt, ist als Wegekirche am nordwestlichen Rügener Landweg, der alten Heringsstraße, erbaut worden. Dieser mittelalterliche Rügener Landweg führte von Rambin/Rothenkirchen über Landow, Gingst und Trent zum Heringshandelsplatz Vitt auf Wittow. In Trent zweigte außerdem der Landweg zum damaligen Wallfahrtsort Schaprode ab. Heringshändler, Pilger und Mönche - ganz unterschiedliche Reisende - zogen durch den Ort. Mittelpunkt der Kulturlandschaft ist die große Backsteinkirche mit ihrem markanten Kirchturm.

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© Fotos und Texte: Kreidefelsen GbR, Redaktion: Wolfgang Urban (ur)

10. September 2007 Vorgestellt: Die "Wegekirche" in Trent

Trent auf der Insel Rügen (ur). Trent gehört nicht zu den bekannten Touristenorten auf Rügen. Aber viele fahren hier durch, wenn sie zum Hafen von Schaprode wollen, um von dort nach Hiddensee zu gelangen. Auch der Fahrzeugverkehr von Bergen bzw. Gingst zur Wittower Fähre passiert das Dorf Trent. Es lohnt sich, hier zu verweilen und nicht nur das Endziel vor Augen zu haben. In Trent gibt es eine sehenswerte Kirche. Nachfolgend ein Artikel von Pastor Marin Holz, in dem er seine "Wegekirche" vorstellt:

Ein Leuchtturm für die Rügener Kulturlandschaft - Die Wegekirche Trent

„Es ist so viel von den Bergen und Gebirgen Rügens gesagt und geschrieben, daß man glauben möge, die Insel sey ein wahres Bergland. Daß dem nicht also sey, soll, der Wahrheit gemäß, gezeigt werden.“, schreibt fast verzweifelt der Rügener Privatgelehrte Johann Jacob Grümke 1819 in seinem Standardwerk über die Insel. Als vor mehr als 200 Jahren im Zeitalter von Aufklärung und Romantik Wissenschaftler, Dichter, Schriftsteller und Maler den Reiz der abwechslungsreichen Landschaft entdeckten und durch ihre Reisebeschreibungen deutschlandweit bekannt machten, wurde Rügen als „nordisches Arkadien“ gepriesen und bald darauf als Reiseland entdeckt. Doch das Hauptinteresse richtete sich auf die Kreidefelsen von Jasmund und die Tempelfestung Arkona auf Wittow. Die Reiseführer erwähnten nur die touristischen Schwerpunkte. Bis heute ist Westrügen ein Geheimtipp geblieben. Während die Ostküste der Insel im 20. Jahrhundert durch Hafen- und Militärbauten, aber auch teilweise rücksichtslosen Verbrauch der Landschaft für touristische Großbauten (KdF Seebad Rügen bzw. Kasernen in Prora, Hafen Mukran) große Beeinträchtigungen der Kulturlandschaft zu verarbeiten hatte, hat sich nicht nur der Westen von Rügen, sondern der liebevoll „Muttland“ genannte Hauptteil der Insel insgesamt seinen ursprünglichen Charme weithin bewahren können.

Trent ist ein Ort am Wege per excellance. St. Katharinen, erstmals 1318 erwähnt, ist als Wegekirche am nordwestlichen Rügener Landweg, der alten Heringsstraße, erbaut worden. Dieser mittelalterliche Rügener Landweg führte von Rambin/Rothenkirchen über Landow, Gingst und Trent zum Heringshandelsplatz Vitt auf Wittow. In Trent zweigte außerdem der Landweg zum damaligen Wallfahrtsort Schaprode ab. Heringshändler, Pilger und Mönche - ganz unterschiedliche Reisende - zogen durch den Ort. Mittelpunkt der Kulturlandschaft ist die große Backsteinkirche mit ihrem markanten Kirchturm. Im Mittelalter fanden hier Reisende einen Ort der Ruhe und Besinnung. Aufgrund der Lage am Wege existierte in Trent zusätzlich zur Betreuung der Reisenden eine St. Georgs Kapelle, die um 1580 abgebrochen wurde.

Offiziere und Soldaten, Diplomaten, selbst Könige brachte in der Schwedenzeit die 1680 gegründete Postschiffsverbindung Stralsund-Wittower Fähre-Ystadt. Bei widrigen Winden ließen sich die Reisenden am Posthaus auf der Halbinsel Bug ausbooten und vom Dwarsdorfer Postbauern über Trent nach Stralsund kutschieren. Die Lage am Wege hat dazu beigetragen, dass das Dorf aufgeblüht ist. Als die Motorisierung in den 1960-er Jahren voranging und der PKW-Verkehr nach 1989 extrem zugenommen hat, wurde Trent nur als noch Durchgangsort nach Hiddensee wahrgenommen. Noch bevor die Schönheit des alten Ortskerns entdeckt wird, haben die PKW der Touristen das Dorf durchfahren. Beim gegenwärtigen Problem des Durchfahrtsortes Trent setzt das im vergangenen Jahr begonnene Leader+-Projekt „Wegekirche“ der Kirchengemeinde Trent an. Die Bezeichnung „Wegekirche“ knüpft an die Tradition der Wegekirchen in Skandinavien an. Ausgehend von der Lage am Wege und basierend auf der besonderen Funktion der Trenter Kirche im Mittelalter wurde das Konzept entwickelt. 91.252 € wurden investiert, von denen 90 Prozent gefördert wurden. Doch damit nicht genug. Personelle und technische Unterstützung bei den anstehenden Bauvorhaben kommt seit Jahren von der Kommunalgemeinde und von der Nordsaat Granskevitz. So ist die Wegekirche ein Anliegen vieler geworden. Zur Zeit werden die E-Anlage und die Beleuchtung neu installiert, was durch Unterstützung des Reinfelders Eckart Bode möglich wurde, der selbst aus Trent-Vaschvitz stammt. Spendenmittel der eigenen Kirchengemeinde und der Touristen sowie Patronatsmittel des Kirchenkreises ermöglichen es, die 2006 mit Leader+- begonnene Innenrestaurierung im Renaissancestil für den Chorraum fortzusetzen. Trotz laufender Arbeiten wird die Wegekirche bereits ab Mai teilweise in Betrieb genommen, bevor am 23. September die feierliche Einweihung mit Festgottesdienst, Vorträgen und Konzerten folgt. Das Thema der Dauerausstellung „Kirchen, Güter und Kulturlandschaft Westrügen“ lag auf Rügen gleichsam in der Luft. Schon der Berliner Oberkonsistorialrat Johann Friedrich Zöllner, der 1795 Rügen bereiste, war als aufgeklärter Berliner über das Ausmaß der Gutsherrschaft auf Westrügen im Vergleich zu Brandenburg-Preußen erstaunt. „Der ganze Strich ist mit adelichen Höfen, wie besät. Ich sage, mit Höfen, nicht mit Dörfern; denn die meisten Güter bestehn bloß aus einem herrschaftlichen Wohnhause und wenigen Wirthschafts-Gebäuden.“ Die enge Bindung an die umliegenden Güter prägte die Kirchengemeinden. Da die historische Innenausstattung der Guts- und Herrenhäuser einschließlich der Gutsarchive im Zuge der Bodenreform 1945 fast völlig verloren ging, kommt der Ausstattung der Kirchen große Bedeutung zu, um die Beziehungen zwischen Kirchen, Gütern und Kulturlandschaft aufzuzeigen. Darüber informiert umfassend die von der Kirchengemeinde erarbeitete Dauerausstellung, die von der Rügener Grafikerin Antje Bartel gestaltet wurde. Von der Christianisierung über den Kirchenbau bis zur Reformation, von der Architektur der Guts- und Herrenhäuser bis zum Schicksal der Gutsanlagen im 20. Jahrhundert, von der Leibeigenschaft bis zu Rügener Persönlichkeiten wird auf Deutsch, Schwedisch, Englisch erzählt. Gleichzeitig werden in diesem Sommer Fotos der Rügener Landschaftsfotografin Elisabeth Lassen gezeigt. Ihre sensiblen Blicke auf die Natur der Insel laden ein zur Meditation. Trent ist mehr als einen Zwischenstopp wert. Hier, am Kreuzungspunkt der Wege, werden Rügentouristen eingeladen, über die Kirche einen Zugang zur Kulturlandschaft Westrügen zu erhalten.

Ende des Artikels von Martin Holz. Mehr Infos zu Trent hier: Insel-Guide

 

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