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Ostsee-Infos von www.kreidefelsen.de: Raku und Rakubrand
Die News & Bilder der gerade aktuellen Woche finden Sie hier: News

Rakubrand auf der Insel Rügen (ur): Alles Wissenswerte über einen Rakubrand erfahren Sie in den folgendem Bilderimpressionen vom Rakubrand am 17. Februar 2007:

Bilder-Impressionen und Wissenswertes zum Rakubrand
am 17. Februar auf dem Rügenhof in Putgarten auf Rügen

raku

Kap Arkona / Putgarten auf Rügen (ur). Nachfolgend der Teil der News vom 18. Februar, der sich mit dem Rakubrand befasst, also Bilder-Impressionen und Raku-Wissenswertes: Am 17. Februar erwartete die Teilnehmer am Hochzeitstreffen am Kap Arkona nach dem Frühstück eine besondere Überraschung. Für jedes Paar stand in der Galerie des Gutshauses ein geschrühtes Keramikgefäß zur Auswahl bereit. Geschrüht bedeutet, dass das Keramikgefäß schon einmal gebrannt und damit so verfestigt war, dass es vor dem nächsten Brennvorgang bemalt werden konnte. Die Gäste konnten zwischen einem Weinpokal, einem Bierkrug oder einer Teeschale wählen und das Gefäß dann selbst für den Rakubrand bemalen. Die Teeschale wurde zum bevorzugten Objekt der Bemalung. "Mich hat überrascht, dass vor allem die Männer gleich die Pinsel in die Hand nahmen, um zu malen", sagte die Keramikerin Antje Grotelueschen, die mit den Gästen den Rakubrand durchführte. Nach der Bemalung wurden die Gefäße in Glasur (Glas mit anderen Rohstoffen vermischt) getaucht und wanderten dann in den Ofen, um zu trocknen. Nach der Trocknung wurden sie gegen 11 Uhr bei ungefähr 600 Grad in den transportablen Raku-Ofen gestellt, den die Keramikerin von ihrem Wohnort Breege-Juliusruh mit gebracht hatte. Den Inhalt des Rakuofens kurz nach seiner Öffnung gegen 13 Uhr sehen Sie auf dem Foto oben. Im Ofen herrschte zu der Zeit eine Temperatur von rund 1050 Grad. Jetzt mussten die Gefäße ganz schnell aus dem Raku-Ofen entfernt werden, ansonsten wären die Farbkörper in der Glasur verbrannt.

rakubrand03

Mit 1050 Grad beginnt im Raku-Ofen die Glasurschmelze. Das ist der Augenblick, wo man die Gefäße mit Hilfe einer langen Zange aus dem Ofen nimmt. Antje Grotelueschen bot den Teilnehmern an, sich am Herausnehmen der Gefäße zu beteiligen. Veit Maleske war sofort bereit. Ein paar Steine zum Trainieren und dann wurde es ernst. Dem Foto ist sicher anzusehen, dass die Keramikerin Antje Grotelueschen mit besorgter Konzentration verfolgte, ob das Gefäß heil in der Reduktionstonne abgelegt wird.

rakubrandt04

Mehrfach gelang es Veit Maleske allein, die Gefäße in einer Reduktionstonne abzulegen. In einem kritischen Augenblick war zum Glück Kati Rhode, eine Kollegin der Keramikerin Antje Grotelueschen, helfend zur Stelle.

rakubrand

Ablegen des Gefäßes in einer der beiden Reduktionstonnen. In ihr befinden sich Sägespäne. Sie puffern den Boden der Tonne ab und brennen, wenn das Gefäß abgesetzt wird. Als der Boden von beiden Tonnen mit Gefäßen bedeckt war, wurden die Tonnen mit den Deckeln für zwei MInuten geschlossen, um der Atmosphäre in ihnen den Sauerstoff zu entziehen. Diesen Vorgang nennt man Reduktion. Anschließend wird der Deckel wieder kurz angehoben, um der Atmosphäre in der Tonne wieder Sauerstoff hinzuzufügen. Dann wird die Tonne wieder geschlossen. Die Gefäße kühlen dann 20 Minuten ab. Durch den Vorgang der Reduktion, also den Entzug von Sauerstoff und dann Zugabe und erneuter Entzug, bildet sich ein sogenanntes Craquelé (auch: Krakle). Das sind Kohlenstoffablagerungen unter der Glasuroberfläche, die wie Risse aussehen. Zugeich bilden sich auf diese Weise metallische Effekte in der Glasuroberfläche.
Das ist das, was eigentlich Raku ausmacht und immer wieder auch für Überraschungen sorgt, da man den Prozeß der Reduktion im Endergebnis seiner konkreten Farbigkeit nicht beeinflussen kann.

raku07

Nach dem Abkühlvorgang werden die Gefäße aus den Reduktionstonnen genommen und in einem Becken mit klarem Wasser abgewaschen. Dabei stellten einige Teilnehmer fest, dass ihre Inschriften nicht so deutlich wie erhofft zu sehen waren. "Ursache dafür ist", so Antje Grotelueschen, "dass die Wachsschicht beim Malen in diesen Fällen zu dünn aufgetragen wurde."
Das Wachsaussparverfahren war also nicht perfekt geglückt. Bei diesem Verfahren bleiben - wenn es glückt - die Flächen, die mit Wachs bemalt werden, frei von Glasur. Das heißt, sie erscheinen in der fertiglasierten Arbeit andersfarbig als die Glasur. Dadurch sind diese Flächen dann zum Beispiel als Schrift erkennbar.

Weitere Raku-Infos bei der Keramikerin Antje Grotelueschen, Telefon: 038391-764765.

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